Nein, nein, nein!
Northern Soul ist keine kanadische Musikrichtung und kein Scotch.
Northern Soul ist die so erstmals vom britischen Journalisten Dave Godin
bezeichnete Musik- und Tanzkultur der englischen Arbeiterklasse in den
späten sechziger und den siebziger Jahren. Hervorgebracht im Untergrund
durch die guten alten Mods. Speziell ist der Northern Soul mit der
Clubszene aus und um Manchester verbunden. Zwei legendäre Clubs prägten
den Mythos: das Twisted Wheel in Manchester, seit den Sechzigern bis zu
seiner Schließung 1971 und das Wigan Casino in Wigan, als Treffpunkt der
„all-nighters“ von 1973 bis 1981.
„All-nighters“, das ist sind
die Protagonisten dieser unsterblichen Popkultur. Tanzen, die Nacht
durchtanzen von Samstagabend bis Sonntagvormittag. Aufgehen im Beat, im
Beat des einfach gestrickten Soul: 1,2,3,4,1,2,3,4,1... wie es uns
wunderbar die BBC-Dokumentation „Northern Soul: Living for the Weekend“ verrät: dokumentiert an den Four Tops und ihren Hit I can’t help myself.
Das
größte Vermächtnis der DJs der Northern Soul-Szene ist es unbekannte
Stimmen und Soulnummern abseits von Motown-Mainstream in Erinnerung
gebracht zu haben. Wunderbare Northern Soul Compilations gibt es auf
Spotify und YouTube zum Mittanzen. Simply, keep the faith!
New York. Dezember. Apollo. Daptone. - Wer damit was anfangen kann ist heiß. Ein heißer Insider des Soul und seiner genialen Erben.
Vom 4. bis 6. Dezember 2014 findet im legendären New Yorker Apollo die Daptone Super Soul Revue statt. Künstler wie Sharon Jones & the Dap-Kings, Charles Bradley und The Como Mamas treten dabei auf. Sie sind das Markenzeichen des seit 2000 existierenden kleinen feinen US-Lables Daptone. Ein Indie Lable, welches mit seiner Arbeit der Tradition von Motown und Stax verbunden ist. Dazu gehören auch geniale Studiomusiker, wie sie einst Motown mit den Funk Brothers und Stax mit Booker T. & M.G.‘s hatten. Bei Daptone sind es die Dap-Kings. Eine Band mit einem genial arrangierten Bläsersatz, klassisch das Bariton-Sax eingesetzt. Nie gehört? Dann hört mal rein bei Amy Winehouse, auf Rehab sind die Kings zu hören! Ein Link gefällig zur Ihrer Zusammenarbeit? Hier ganze 30 Minuten live.
Neben Sharon Jones, die mit den Dap-Kings gerade auf Europatournee ist, gilt es Charles Bradley zu empfehlen. Seine erste Single nahm er 2002 als 54-jähriger auf, 2011 erschien seine erste LP No time for dreaming. In Wien sang 2013 beim Jazz Fest. Auch heuer im Juli war er wieder da, von Jones und weiteren Dapstone-Mitstreitern begleitet. Eine Seh- und Hörprobe der Wiener Super Soul Revue gibt es auch im Netz.
Übrigens: die Apollo-Konzerte werden uns das erste Daptone-Livealbum bescheren. Einen Vorgeschmack auf Daptone-Christmas liefert aktuell Sharon Jones & the Dap-Kings. Ein groovig-souliges White Christmas ist heuer mein Xmas-Song des Jahres
Könnt ihr euch noch erinnern, als wir in den tiefen siebziger Jahren
kläglich scheiterten mit unsren Festnetztelefonen Farbfotos aufzunehmen
oder damit mit Musik untermalte Kurzfilme innerhalb von Sekunden in die
Welt hinauszutragen?
Heute ist alles anders: Smartphones - smart
wie ein phone eben sein kann - sind das Schweizer Taschenmesser der
Glückseligkeit. Mit den coolsten APPs ausgestattet werden Sie zum Alter
Ego des nach Geltung und Anerkennung drängenden Kleinhirns. Best-of oder
Fischer-Listen gaukeln uns in Echtzeit vor, wie weit hinten wir in den
Rankings der Anerkennung liegen. Streng Dich mehr an! schreit kreischend
das Unterbewusstsein mit aller Brutalität in Dir: auch du schaffst
1,350.138 Follower auf you tube!
Auch die neuen
Twitter-Statistiken legen unsere Niederlagen offen! Wenn die eigenen
Tweets in einem 28-tägigen Zeitraum nicht 300.000 Impressionen schaffen
sind wir erledigt. Ein Niemand! Wer nimmt uns in der Socialmediawelt
eigentlich noch war? Erst recht, wenn die Realwelt in dieser aufgegangen
ist!
Cool bleiben! Was geht uns die Welt da draußen an, nein, die
da drinnen in diesen Computerdingen eigentlich. Wir haben unseren Spaß
hier und jetzt! Nein, nicht für unser zigtausenden Follower auf
Instagram, Swarm und sonst wo. Wir haben Spaß für uns. Für uns alleine.
Wir
machen was wir immer machen. Nur sind die Smartphones live dabei.
Yeahhhh, wir spamen die Socialmediawelt. Ach macht das Spaß. Das Ego
tobt. Ob der Content dann Supergirl123 gefällt, die uns damit auf ihre
virenversuchte Singelplattform locken möchte oder @fischundfleisch
retweetet ist uns egal.
Ach und noch was: Kochen kann irgendwie
jeder. Ein Smartphome hat auch iregendwann jeder. Onlinestellen kann
auch irgendwo jeder. - Einfach gesagt: jeder ist ein "Eaglepowder".
Wer erinnert sich noch daran wie das (Tenor)Saxophon mit seinen
Soloeinlagen die Hits dieser Welt abseits des Jazz bereicherte? Das war
damals in den fünfziger und sechziger Jahren. Ein gewisser Ike Turner lies es 1951 bluesig swingend eine Hauptrolle in Rocket 88,
dem "ersten" Rock'n'Roll-Song der Musikgeschichte übernehmen.
Leider verlor das Saxophon bald darauf seine bestimmende Rolle als
fetzige Soloeinlage und wurde darin vom Zeitgeist, vulgo der E-Gitarre
abgelöst. Doch dieser haben wir - Gott sei Dank - den Chicago Blues und damit die greatest Rock 'n' Roll-Band der Welt zu verdanken. Die Rolling Stones hatten in einigen ihrer Hits das Saxophon eingebaut. Im Gegensatz zum zeitschwülstigen Begleitklang in Waiting on a Friend gilt es für wahre Stones-Feinschmecker den legendären Sax-Solos in Rip this joint oder Brown Sugar zu lauschen.
In Österreich wurde der Klang des modernen Saxophons einem breiten
Publikum wohl über die Titelmusik der legendären ORF-Kinosendung Trailer ab 1975 vermittelt. Die Melodie Bird's Lament wurde bereits 1969 von Louis Thomas Hardin, Künstlername Moondog,
veröffentlicht.
Doch was war, ist und wird das Saxophon ohne John Coltrane, dem Gott der Götter, sein. Wer sein Love Supreme
noch nie genossen hat, soll es hier und jetzt tun!
Und für alle die damals in Völkermarkt live dabei waren: mein
legendäres Tequila-Solo vom Stadtfest 1988 muss erst digitalisiert
werden. Aber es gibt ein Foto vom Auftritt.
Herr Antonie-Jospeh Sax, DANKE!
Oh... die zwei Burschen machen wieder Kärnten unsicher! Die "Wiener" +Christoph Cecerle und +Cristian Gemmato tracken alles was ihnen in Kärnten vor das Smartphone kommt. Angefangen hat wohl alles irgendwann im Dezember 2013 oder so. Auf einmal machte der Hashtag #ktr14 die Runde. Da war dann natürlich auch der waschechte Karntna +Christian Passin mit an Bord.
Das Tracken der neuste Schrei auf Social-Mediaplattformen ist, sickert erst so langsam - vor allem in Kärnten. Macht ja nix. Wir haben unseren Spaß dabei. Vor allem wenn es um #foodporn geht. Ja, das ist auch so ein internationaler Trend! Instagramer & Co wissen wobei es darum geht.
Und als Mischung kommt halt mal ein kleines Video - über Instagram, auf Twitter und Facebook ins Internet gestellt - heraus.
Keep trackin'...